Eine Reise voller Emotionen

Nachdem wir vor 3 Jahren zum ersten Mal vom Hoachanas Children Fund gehört haben, hatten wir im Mai 2014 erstmals die Gelegenheit, selbst nach Hoachanas zu reisen. Was für eine wunderbare und unvergessliche Erfahrung!

Im Anschluss an eine 14-tägige Rundreise erreichten wir die Bitterwasser Lodge nahe Hoachanas und wurden von unserem Freund Gerson Topnaar herzlich empfangen.

Nach der ersten Wiedersehensfreude fuhren wir gemeinsam nach Hoachanas.

Unsere erste Station war die Arche und auch das Wiedersehen mit Gretha Kamure war sehr herzlich.

Hatten wir uns doch bei dem Konzert der Way of Hope Singers 2011 in Radolfzell kennengelernt, das sie im Rahmen einer Deutschland Rundreise dort gaben.

Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zu den mittlerweile neun Suppenküchen, beginnend mit der Winnenden Albertville Realschule Suppenküche.

Seit Juli 2013 besteht diese Suppenküche, in der anfangs 5, mittlerweile schon 6 Kinder  ein warmes Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung an Schultagen bekommen. Gesponsert wird diese Suppenküche durch die Ökumenische Schulgemeinschaft der Albertville Realschule, welche nach dem Amoklauf im März 2009 gegründet wurde. Im Juni 2013 fand die erste Party for Afrika statt, deren Erlös komplett der Suppenküche zugutekam. Dieses Jahr organisierte die Schulgemeinschaft bereits die zweite Party, die jetzt jährlich stattfinden und eine dauerhafte Unterstützung der Suppenküche gewährleisten soll.

Vor unserem ersten Hoachanasbesuch hatten wir Bedenken, dass wir dort nur als Touristen die zum  Schauen kommen, angesehen werden. Das komplette Gegenteil war der Fall. Nach zwei Minuten des Kennenlernens fühlten wir uns sofort integriert in die Gemeinschaft der Menschen in Hoachanas.

Wir konnten die ersten mitgebrachten Spenden an die Arche und die Suppenküchen verteilen.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen Sachspendern aus Winnenden, sowie unseren Freunden die uns Geld für den HCF mitgegeben haben, bedanken.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Air Namibia, die uns ein Freigepäckstück von 20 kg für die Mitnahme dieser Spenden genehmigte. Für den Gegenwert konnten wir zusätzlich Lebensmittel einkaufen und verteilen.

In der Arche und den Suppenküchen bekamen wir einen ersten direkten Eindruck über die wunderbare Arbeit des Hoachanas Children Fund. Von etwas zu lesen oder zu hören ist das Eine,  dieses jedoch in eigener Erfahrung zu erleben sprengt jegliches Vorstellungsvermögen.

Am Sonntag hatten wir Gelegenheit gemeinsam mit Gerson den Gottesdienst in der Kirche zu besuchen. Auch dort wurden wir mit Wärme und Herzlichkeit begrüßt. Die Predigt wurde extra für uns zweisprachig gehalten und uns umfing wiederum sofort das Gefühl der Zugehörigkeit zur Gemeinde.

Tags darauf folgten wir der Einladung von Mr. Topnaar, dem Schulleiter der P.J. Tsaitsaib Schule.

Ziel war die Übergabe einer Friedenstaube, die den Grundstein für eine Schulpartnerschaft  zwischen der P.J. Tsaitsaib Schule und der ARS Winnenden besiegeln soll.

Die Friedenstaube steht symbolisch für Frieden und Völkerverständigung. Sie wurde 2008, anlässlich des 60 jährigen Bestehens der UN Menschenrechtscharta, zusammen mit 29 anderen Tauben, vom Landshuter Künstler Richard Hillinger erschaffen. Seitdem sind die Tauben als Botschafter weltweit für diese hohen  Ziele  unterwegs und haben unter anderem Station beim Dalai Lama, Michail Gorbatschow und Desmond Tutu gemacht. Jede der 30 Friedenstauben steht für einen Artikel der Menschenrechtscharta.

Ende Oktober fliegt die Taube wieder nach Winnenden zur ARS zurück und startet von dort aus zu einer neuen Mission.

Die erste Aktion dieser beginnenden Schulpartnerschaft war die Übergabe von 25 Briefen der Klasse 7c der ARS an die Schüler der Klasse 7b der P.J. Tsaitsaib Schule. Die Briefe wurden von den Schülern und Schülerinnen im bilingualen Unterricht verfasst.

Tags darauf bekamen wir 28 unvorstellbar lieb dekorierte Antwortbriefe zurück, welche wir in derselben Art und Weise wie in Hoachanas, im Rahmen einer Doppelstunde in der ARS übergaben. Hier war auch die 7b der ARS anwesend, welche im Rahmen eines Projektes Spenden für die Suppenküche gesammelt hatte und die zweite Schulfreundschftsklasse werden wird.

Herr Kubick, der Rektor der ARS, hat bereits die Vision eines Schüleraustausches zwischen Hoachanas und Winnenden.

Wie Angelika Gleich einmal zu uns sagte: „who knows, sometimes dreams will come true“ ……………..

Das Afrika Projekt ist mittlerweile im Schulprogramm der ARS integriert und somit fester Bestandteil im Schulunterricht, sodass die Weichen für die Zukunft gestellt sind und die Schulpartnerschaft auf sicheren Beinen stehen wird.

Ja die Emotionen, von denen wir eingangs geschrieben haben, sind immer noch kaum in Worte zu fassen. Nach solchen tiefgreifenden Eindrücken relativieren sich unsere täglichen Probleme und wir lernen wieder schätzen, wie „gut“ es und hier in Deutschland geht. Haben wir doch jeden Tag zu trinken, zu essen, ein festes Dach über dem Kopf, fließend warmes und kaltes Wasser, Strom und können in Frieden leben.

Unser herzlicher Dank gilt Angelika Gleich, die dieses wunderbare Hilfsprojekt auf die Beine gestellt hat und mittlerweile seit 14 Jahren mit sichtbarem Erfolg vorantreibt. Zudem möchten wir uns bei Frau Redecker und Herrn Schäfer von Cheetah Tours in Windhoek, sowie bei Frau Möhring von der Deutsch-Namibischen Gesellschaft bedanken, ohne die wir wahrscheinlich niemals auf den HCF aufmerksam geworden wären. Danke an Euch alle!!!!!

Wir sind stolz und glücklich nun auch ein Teil dieses Projektes sein zu dürfen und freuen uns schon sehr auf unseren nächsten Aufenthalt in Hoachanas.

Barbara und Jürgen Marx